6 Die Geschichte
Die bäuerlichen Tangsammler
Al labourerien-douar bezhinaerien
Die Küstenbewohner leben zugleich von den Ressourcen des Meeres und des Landes. Die Tangernte und die Landwirtschaft sind einander ergänzende Tätigkeiten.
An der Küste wird der Tang direkt auf die Felder ausgebracht und als Dünger verwendet, um die Böden mit Mikronährstoffen und Mineralsalzen anzureichern. Im Léon befördert eine Güterbahnlinie mit dem Spitznamen „train patate“ (Kartoffelzug) dieses Bodenverbesserungsmittel von den Entladezonen der Boote zu den küstenfernen Gebieten.
Der Tang geht auch in die Fütterung des Viehs ein, indem er der Tierration ergänzende Nährstoffe liefert: man spricht von bezhin saout (Kuhtang).
Einmal getrocknet, bildet er einen Vorrat an Brennstoff für den Winter, besonders wenn das Holz knapp wird. Getrocknet oder als Asche dient er als Tauschmittel zwischen den Küsten- und den ländlichen Gemeinschaften: man tauscht ihn dann gegen Brennholz, oder keuneud.