1 Die Modernisierung
Die Motorisierung der Boote und die Entwicklung der Werkzeuge
Kefluskerioù war ar bigi hag ostilhoù nevez
Nach dem Krieg wurden die Boote nach und nach motorisiert. Zuerst die Slups mit Segeln, dann in den 1960er Jahren die Ruderboote. Die Ernte der Algen blieb jedoch noch lange Handarbeit.
Die Arbeit war hart, der Verdienst gering. Der Beruf verlor an Anziehungskraft. Die Industrie fürchtete um ihren Rohstoff. Die Ernte zu mechanisieren wurde deshalb zur Notwendigkeit, um den Beruf zu erhalten.
Um die Guillotine zu ersetzen, wurden zahlreiche Prototypen erprobt. Doch erst der Scoubidou revolutionierte die Ernte — ein rotierender Greifhaken zum Ernten der Laminarien. Dieses Werkzeug ging aus den Versuchen und Überlegungen vieler Tangsammler hervor. Einer von ihnen war Yves Colin, der das Patent anmeldete. Die Guillotine schnitt die Stiele der Laminarien ab. Der handbetriebene Scoubidou riss die Algen dagegen heraus. Er war wirksamer und brachte mehr Ertrag — machte die Arbeit aber noch körperlicher.
Ab den 1970er Jahren wurde der Scoubidou mit einem Kransystem mechanisiert. Das verbesserte zugleich die Arbeitsbedingungen und den Ertrag. Die Boote wurden größer. Heute fassen sie im Durchschnitt 40 bis 50 Tonnen Laminarien. Die Slups fassten 2 bis 3 Tonnen.
Die wichtigsten Daten
- 1945 — Die Motorisierung erreicht nach und nach die Segelboote der Tangsammler.
- 1959 — Yves Colin rüstet sein Boot, die Marie-Pierre, mit einem Außenbordmotor neueren Typs aus.
- 1961 — Erfindung des handbetriebenen Scoubidou: die Ernte vervierfacht sich.
- 1963 und 1966 — Die Tali und dann die Jean-Rémy versuchen, die von einem Taucher geschnittenen Algen abzusaugen. Die Versuche scheitern.
- 1967 — Die Jean Ogor, ein Versuchsboot, erhält einen mechanischen Scoubidou.
- 1971 — Entwicklung des hydraulischen Scoubidou: die Wende des Berufs.
- 1977 — 75 Tangsammlerboote sind damit ausgerüstet.
- 1978 — Nach der Ölpest der Amoco-Cadiz kaufen die Industriebetriebe die Algen „grün“, also frisch.